Pepes Ikan

Sicher, es gibt schöne und geradezu spektakuläre Teller auf denen man seine zubereiteten Speisen kredenzen kann aber mal ehrlich: Wie viele Privathaushalte können mit solcherlei Gedecken aufwarten? Und jedesmal vor dem großen Weihnachtsmenü coole neue Teller kaufen sprengt wahrscheinlich nicht nur die Geldbörse sondern irgendwann auch den Geschirrschrank. Warum also sich nicht einmal Gedanken machen, ob man seinen Gästen wirklich immer nur Teller vor die Nase setzen muss oder ob es nicht auch interessante Alternativen gibt. Zumindest für das Amuse Bouche, den Zwischengang oder das Dessert…

Blätter

Auch auf großen, festen Blättern kann man Speisen anrichten. Das bekannteste Beispiel dafür ist da wahrscheinlich das Bananenblatt beim Thailänder. In gut sortierten Asialäden sollten die Blätter zu bekommen sein.

Wichtig ist, dass die Blätter groß und stabil sind und so, dass man sie auch gut reinigen kann falls man sie mehrfach benutzen will, denn Hygiene ist hier besonders angesagt.

Auch Blätter von der Kokospalme eignen sich um darauf Lebensmittel zu servieren. Meist gibt es sie in getrockneter Form zu kaufen, schon geformt als Teller oder Schale. Zum Beispiel bei Amazon: Kokosblätter

Wenn du vor hast deine Gäste damit zu beeindrucken, dann musst du sicher sein, dass das Essen auch auf dem Blatt bleibt und nicht herunterschmilzt (Eis), -fliest oder rollt.  Das ist nicht nur unangenehm sondern es könnte dem Gast auch peinlich sein wenn er deinen Tisch damit verschmutzt. Bedenke auch, dass das Blatt so groß sein muss, dass man darauf auch essen kann ohne ständig darauf achten zu müssen, dass nichts daneben geht.

Da sich ein Blatt ohne irgendeine Unterlage kaum unfallfrei zum Gast jonglieren lässt, bieten sich hierfür z.B. flache Holzbrettchen an. Bei einem Teller, der nicht genügend gerade Fläche hat und sich das Blatt deshalb an den Seiten nach oben wölbt, geht der gewollte Effekt gerne verloren.

Lebensmittel, in denen man servieren kann

Da es darum geht, Naturmaterial ANSTELLE von Teller & Co. einzusetzen, sind gefüllte Auberginen, Paprika und Ähnliches hier natürlich nicht gemeint. Hier ein paar Ideen:

  • Kürbis anstelle Suppentasse oder als Schale für ein Kürbis-Risotto. Kürbisse gibt es in mittlerweile in allen Größen zu kaufen, so, dass man für jede Gelegenheit, ob Vorspeise oder Hauptgericht, die richtige Größe bekommt.
  • Brotlaibe: das Brot horizontal aufgeschnitten und ausgehöhlt ist ein spektakuläres Gefäß z.B. für eine Pilzsuppe.
  • Oder wie wäre es mit einer Kokusnusshälfte für eine Thailändische Hühnersuppe. Damit sie steht, musst du sie allerdings in einen Salzhügel setzen (und bitte nicht zu voll machen!).
  • In Zitrusfrüchten lassen sich z.B. Cremes oder Eis dekorativ servieren. Ein kleiner Teller als Unterlage ist dann allerdings meistens ein Muss und unten muss eine gerade Fläche geschnitten werden.
  • Ananashälften

Natur-Steine

Auch auf Steinen lassen sich Lebensmittel anrichten. Sie müssen nur die richtige Form haben – sowohl die Steine als auch die Lebensmittel ;-). Neben dem Spektakel beim Servieren gibt es noch einen zusätzlichen Vorteil: Du kannst Steine im Backofen erwärmen und sie speichern die Wärme sehr lange, was ein Vorteil beim servieren warmer Speisen sein kann. Aber denke in diesem Fall daran, dass die Steine auch nicht so heiß sein sollte, dass das Servierte darauf weiter gart. Insbesondere bei Produkten, bei denen das Eiweiß von Natur aus schon schneller stockt, wie Fisch oder Meeresfrüchten, solltest du da besonders aufpassen.

Und wenn du jetzt über diese Idee geneigt bist nur verständnislos den Kopf zu schütteln, dann schau dir bitte einmal an wie der hochdekorierte Herdvirtuose Sascha Friedrichs in seinem Pop-up Restaurant “Studio 31” im Swissôtel Zürich (zur Zeit dieses Beitrages ist er dort der Executive Chef) die Amuse Bouche serviert:

Holz- und Bambusbrettchen

Die Überraschung ist perfekt, wenn du die Teller abräumst und den Käsegang stilgerecht auf Holzbrettchen servierst. Vielleicht noch mit einem kleinen Schälchen mit Feigensenf darauf. Auch bei einem zünftigen bayrischen Menü können Holzbrettchen eine schöne Abwechslung zu den üblichen Tellern sein.

Du kannst Holzbrettchen sogar recht einfach selbst herstellen. Du musst dafür noch nicht einmal großes Basteltalent haben denn du kannst dir dein Wunschmaß direkt im Baumarkt  oder beim Schreiner zuschneiden lassen. Du brauchst die Brettchen dann nur noch ein wenig glatt schleifen und mit einem lebensmitteltauglichen Öl zu behandeln. Der Vorteil: Du kannst dir die Maße selbst ausdenken. Vielleicht einmal etwas schmales, längliches? Auch schick: Wenn du aus kleineren Abschnitten des gleichen Holzes „Füße“ darunter anbringst!

Bambusbrettchen eignen sich optisch besonders gut für asiatische Speisen wie beispielsweise Sushi.

Tipp: Denk daran, dass man das, was du anrichten willst, auch auf einem Brett essen können muss. Es darf also nicht zu flüssig sein oder (viel) Soße enthalten. Das gibt sonst eine große Kleckerei die wahrscheinlich auch deinen Gästen peinlich ist. Außerdem muss bedacht werden, dass die Lebensmittel beim Auseinanderschneiden mehr Platz einnehmen als direkt nach dem Anrichten. Ein schmales Brettchen mag zwar beim Servieren wahnsinnig schick aussehen aber spätestens dann nicht mehr, wenn beim Essen alles herunterpurzelt.

Schiefer

Über das Anrichten auf Schieferplatten gibt es einen eigenen Artikel. Den findest du hier:

Metall

Es gibt sehr schöne Servierpfännchen zu kaufen, die nicht nur optisch was daher machen sondern in denen man auch Speisen erhitzen kann. oft bekommt man sie gleich mit einem Holzuntersetzer zu kaufen.


Löffel, Gläser und Schälchen

Gerade bei kleineren Gerichten wie der Vorspeise, einem Zwischengang oder dem Gruß aus der Küche, solltest du immer hinterfragen ob vielleicht ein Glas, ein extra Schälchen oder ein spezieller Löffel eine Alternative wäre. Zu allen drei Varianten gibt es auch schon Tipps in eigenen Beiträgen:

Alternativen zum Teller