Der Eine liebt es, z.B. in der Bloody Mary, der Andere findet es widerlich: rohes Ei!

Alleine die Vorstellung etwas zuzubereiten in dem ein rohes Ei verarbeitet ist, ist für manche Menschen ein Graus. Andere wiederum verzichten lieber darauf, weil sie sich vor einer Salmonellen-Vergiftung fürchten. Aber wer kein rohes Ei essen mag, muss zwangsläufig auf so Manches verzichten, wie z.B. auf eine herrlich frische, selbst gemachte Mayonnaise, Aioli oder Remoulade. Eigentlich Schade! Aber ist das wirklich so?

Warum wird eigentlich aus dem Ei und dem Öl beim Mixen plötzliche eine Substanz mit cremiger Konsistenz?

Nun, das liegt an dem im Eigelb enthaltenen Lecithin. Lecithin ist nämlich ein prima Emulgator also ein Stoff, der überhaupt erst möglich macht, dass sich eine fetthaltige Substanz – wie z.B. Öl – mit einer Wasserhaltigen – wie z.B. Ei – vermischen lässt.

Folglich, müsste man das Ei doch durch Zutaten ersetzen können, die ebenfalls viel Lecithin enthalten, oder?

Die Antwort ist eindeutig: Ja! Diese Schlussfolgerung ist in der Tat grundsätzlich richtig. Viel Lecithin enthält z.B. Milch und deshalb kannst du tatsächlich aus Milch und Öl eine genauso pastöse Masse entstehen lassen wie aus Ei und Öl. Zugegeben, du benötigt dazu schon einen Stabmixer. Nur durch die hohe Umdrehungszahl des Mixers funktioniert es, wie das Video beweißt.

Die mayonnaisetypischen Geschmacksbringer Pfeffer, Salz, Senf und Säure lasse die Creme dann auch wirklich schmecken wie jede andere Mayonnaise aus Ei. Wenn du das Ei geschmacklich vermisst, kannst du vorher zwei Eier kochen und das gekochte Eigelb untermixen.  Dann hast du auch kein rohes Ei verarbeitet.

Wenn du gleich am Anfang eine Knoblauchzehe mitmixt (darauf achen, dass sie direkt unter dem Mixermesser liegt) dann hast du eine wunderbare Aioli. Mit Kräutern, gehackten Gürkchen, Kapern, nach belieben gehackten Sardellen  und gekochten Eiweiswürfeln wird z.B. eine Remoulade daraus. Dann aber bitte nur unterrühren und nicht mehr mixen! 😉

Ein vielleicht nützlicher Tipp aus der Praxis

Im Video gebe ich die Säure erst hinzu wenn die Masse schon emulgiert ist, sich also Öl und Milch verbunden haben. Ich weiß nicht warum, aber mir ist es nun schon mehrmals passiert, dass mir die Mayonnaise misslang und zwar immer dann, wenn ich Zitrone am Anfang mit in die Milch gab. Das mag Zufall sein aber sollte dir das auch passieren, dann versuche einmal ob es daran liegt. Natürlich kannst du auch erst die Emulsion aus den beiden Grundzutaten herstellen und erst danach alle anderen Gewürze hinzugeben. Das hat den Vorteil, dass du so die Majo genauer und feiner abschmecken kannst.

Ein Wort zur Haltbarkeit der Öl-Milch-Majo

Natürlich handelt es sich um ein frisches Lebenmittel, dass nicht irgendwie konserviert ist. Es muss deshalb gekühlt werden und man muss es im Auge behalten. Dennoch habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass diese Mayonnaise sich lange Zeit im Kühlschrank hält. Eigentlich ist die Milch ja überhaupt der einzige Bestandteil der schlecht werden kann. Das Öl wird allenfalls ranzig.

Küchen-Tipps & Tricks (11) – Mayonnaise ohne Ei