IMG_9210Wie man als normaler Mensch auf so etwas „Beklopptes“ kommt, fragt mich meine Frau als ich ihr eine Kostprobe meines neusten Experiments anbiete. Ich schaue sie etwas verstört an. Will sie damit vielleicht zum Ausdruck bringen, dass ich nicht zu dieser Gattung Mensch gehöre?

„Wie dem auch sei. Sei so lieb und probier einfach mal, Schatz.“

Gott sei Dank. Es schmeckt ihr. Ich werde wieder in die „Normaler-Mensch-Schublade“ gesteckt.

Es ist eigentlich ganz einfach, wie ich darauf komme: Unser Sohn hat sich vor ein paar Wochen zum Abendessen Toast Hawaii gewünscht (und natürlich bekommen). Seitdem überlege ich, ob man diesen Klassiker, der übrigens keine hawaiianischen Wurzeln hat, sondern eine deutsche Erfindung ist und in den 50ern vom ersten Fernsehkoch Clemens Wilmenrod vorgestellt wurde, nicht auch als Edelvariante zubereiten und präsentieren kann.

Wie man sieht: man kann!

neu_9218Und jetzt stellen Sie sich doch einmal vor, auf Ihrer Menükarte für das nächste Fest mit Gästen taucht vor dem „Lammkarree an Minzpesto“ ein Toast Hawaii auf. Einfach so… ohne weitere Erklärung! Sie können dann ja mal abwarten ob sich jemand traut etwas dazu zu sagen. 😉

Die Zutaten sind selbstverständlich alle vom Feinsten, damit es wirklich eine Edelvariante wird. Natürlich kann man einzelne Zutaten auch austauschen, Weißbrot, Ananas und Schinken sind jedoch ein Muss. Sonst wäre es ja kein Toast Hawaii!

Zutaten (für ungefähr 8 Portionen)

  • 1 Weißbrot
  • 200g Prosciutto Cotto (italienischer gekochter Schinken)
  • 1 frische Ananas
  • 100g Gryezer Käse (oder ein anderer der sich zum schmelzen eignet, evtl. auch Schmelzkäse)
  • 200g Sahne
  • 1 Schuss Gin
  • 1 EL Honig
  • Pfeffer
  • Vanilleschrot (aus der Vanillemühle) oder 1 frische Vanilleschote
  • Ein wenig Piment d’Espelette
  • ca. 50g EL Butter

Zubereitung

Ananas schälen in Scheiben und dann in dicke Würfel schneiden (natürlich nicht den Mittelstrunk) und in einer sehr heißen Grillpfanne grillen.

Inzwischen Käse in Sahne schmelzen, mit einem Schuss Gin würzen (nicht so viel dass er rausschmeckt).

Brot ohne die Kruste in Würfel schneiden und von 2 Seiten (wenn man mag auch gerne alle 4 Seiten) in Butter bräunen.

Ananaswürfel mit Honig beträufeln und mit Pfeffer bestreuen und die Ananasstücke mit dem Honig karamelisieren. Die Vanille am besten erst ganz zum Schluss darüber geben, damit der Duft noch am Tisch ankommt. Wenn man keine Vanillemühle hat, kann man selbstverständlich auch eine Vanilleschote auskratzen und das Mark mit zum Honig geben. Das ist dann noch ein wenig dekadenter ;-). In diesem Fall kommt die Vanille dann gleich mit dem Honig hinzu. 

Schinkenscheiben so zuschneiden, dass man sie zu nicht allzu dicken Röllchen formen kann.

Abwechselnd Brotwürfel, Schinken und Ananaswürfel auf Spießen arrangieren. Noch heiße Käsesoße in flache Schälchen geben und mit einem Haus Piment d’esplette bestreuen. Spieße darüberlegen. Fertig! Die Gäste werden über diesen Toast Hawaii ganz sicher staunen.

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Toast Hawaii (Angeber-Version)