Wenn eine Suppe ein Teil eines Menüs ist, dann wird dieser Gang optisch meist schnell und recht einfach gelöst. Ein tiefer Teller, Suppe hinein und wenn’s gut läuft, kommt noch ein Kleks Sahne und ein Kräuterblättchen in die Mitte.

Es ist schon richtig, dass die Möglichkeiten für das attraktive Anrichten von Suppengängen in Grenzen halten aber ein wenig Spielraum gibt es immer. Nachfolgend habe ich einmal ein paar Ideen zusammengetragen, die mir begegnet sind. Zugegeben habe ich selbst noch nicht alle davon umgesetzt, was aber ja nicht heißt, dass sie nicht funktioneren!

Tipp 1: Glas statt Teller (oder Suppentasse)

Die einfachste Möglichkeit einer optischen Änderung: den Teller gegen ein geeignetes Glas auszutauschen. Wer Kochsendungen sieht, Rezeptbücher oder -zeitschriften liest, für den dürfte diese Idee nichts Neues sein. Spätestens seit der Erfindung des Suppen-Cappuccino, bei dem die Suppe mit einer weißen Schaumschicht angerichtet wird, ist diese Anrichteweise hipp. Ein Glas bietet hier den Vorteil, dass man auch von der Seite, quasi in die Suppe hineinschauen kann und so die Schaumschicht auch erst richtig wahrnimmt.

Gläser bieten aber auch noch weitere Vorteile:

  • Du kannst z.B. eine kleine Fahnenstange aus einem Holzspieß hineinstellen auf deren oberen Ende du etwas essbares aufspießt – ein Scheibchen knusprig gebratenen Bacon beispielsweise.
  • Durch den, gegenüber einem Teller, geringeren Umfang der Öffnung ist es einfacher einen Spieß oder eine Gebäckstange darauf zu platzieren ohne Gefahr zu laufen, dass er/sie in die Suppe rutscht.
  • Der Teller auf dem das Glas serviert wird bietet noch genügend Platz für Suppeneinlagen, eine knusprige Beilage oder ein Stückchen Brot o.ä.

Als Glasgefäß eignet sich so ziemlich alles was dickwandig genug ist um auch mal einen Löffel auszuhalten  und eine Öffnung hat, die ein bequemes Auslöffeln zulässt. Dabei ist es auch von Vorteil, wenn die Öffnung mindestens so groß ist wie der Boden und das Glas sich nicht nach oben hin verengt.

Suppe im Glas

Neben den klassischen Gläsern kommen auch kleine Einmachgläschen auch gut an. Mittlerweile gibt es extra „Servier-Einmachgläschen“ (die also gar nicht mehr einem ihrem Namen entsprechenden Zweck gedacht sind) in jedem gut sortierten Kaufhaus und inzwischen sogar bei Ikea. Im Internet natürlich sowieso (siehe Bezugsquellen). Die kleinen Dinger werden sogar meist mit einem passenden Glasdeckel angeboten was zum einen den Vorteil hat, dass sich die Suppe damit länger warm halten lässt als auch, dass sich auf diesem Deckel z.B. auch eine kleine Zugabe platzieren lässt, die der Genießer dann am Tisch in das Süppchen geben kann. So bleiben z.B. Croutons dann auch knusprig bis die Suppe am Gast bzw. vor der Familie steht.

Der Sternekoch Alexander Kunz serviert im Bild unten eine Kürbissuppe als Teil eines Vorspeisenquartett im „Einmach-Glas“ (siehe Rezepte)

Eine feine Sache sind auch Einmachgläschen mit Bügelverschluss und Gummiring (siehe Bezugsquellen), die sich richtig dicht verschließen lassen. Herrlich wenn das Gefäß dann am Tisch geöffnet wird und den Duft der Suppe entlässt!

Eine weitere, sehr schöne Variante sind Gläser mit Doppelwand (siehe Bezugsquellen). In ihnen serviert vermittelt die Suppe den Eindruck als würde sie über dem Tisch schweben.

Doppelwandgläser von Feelino (siehe Bezugsquellen)

Tipp 2: Alternative Gefäße

Eine weitere Alternative zu Teller  oder Suppentasse sind natürliche Gefäße wie ein Brotlaib, Kürbishälften oder ausgehöhlte Kohlrabi etc.  Allerdings können diese entfremdeten Lebensmittel auch sehr rustikal wirken wenn man nicht aufpasst. Wenn du mit dem Gedanken an diese Möglichkeit spielst, solltest du deshalb überlegen ob das zum Rest deines Menüs passt.

Kürbissuppe mit Kokos und Ingwer von Falk Kulinarium (siehe Rezepte)

Tipp 3: Zeigen was in ihr steckt

Eine schöne klare Consommé durch die man die leckere Einlage sehen kann, sieht auch ohne weiteren Schnickschnack einfach toll aus.

Consommé von Waldpilzen mit Ravioli – Falk Kulinarium (Rezept siehe Rezepte)

Wenn du jedoch eine Creme-Suppe mit Einlage servierst, dann ist es ebenfalls schön wenn dein Gast sieht, was ihn alles erwartet und, dass sein Süppchen mehr zu bieten hat als „nur“ Geschmack in flüssiger Form.

Das Ding mit dem Spieß

Die Suppe mit der Einlage auf einem Spieß zu servieren ist eigentlich so bekannt, dass man sie kaum extra erwähnen muss. Allerdings solltest du vielleicht über mögliche Stolpersteine nachdenken wenn du so etwas planst. Der Klassiker ist, dass der Spieß zu kurz ist um von Tellerrand zu Tellerrand zu reichen oder er tut es so knapp, dass ein Ende des Spießes beim servieren in die Suppe rutscht. Die besten Abhilfen sind hier

  • rechtzeitig Spieße zu besorgen, die lang genug sind,
  • auf Gläser statt Teller umzusteigen (siehe oben) oder
  • alternative Gefäße, die weniger breit sind (z.B. Suppentassen), zu benutzen.

Es gibt aber auch noch zwei (Notfall)Lösungen, die dich retten wenn du erst beim kochen merkst, dass das dein Plan nicht so gut war. Sie können aber auch von Anfang an genau so gewollt sein  weil sie nämlich eigentlich sogar ganz schick sind.

  • Lösung 1: Lasse einfach eine Seite des Spießes so weit leer, dass du diese Seite in die Suppe legen kannst so, dass die Einlage die Suppe nicht berührt.
  • Lösung 2: Du benutzt ein Extra-Tellerchen für den Spieß, vielleicht sogar etwas ganz Besonderes wie eine kleine Schieferplatte (siehe auch Artikel „Anrichten auf Schieferplatten„) falls du so etwas hast.

Der Extrateller

Es gibt aber natürlich auch Einlagen, die man nicht aufspießen kann oder will. Für einen solchen Fall kannst du darüber nachdenken, ob du die Einlage auf einem kleinen Beistellteller oder in einem Schälchen servieren willst. Jeder Gast gib dann die Einlage erst bei Tisch in seine Suppe. Das hat auch nicht nur optische Vorteile: Die perfekt gegarten rosa Fleischscheibchen ziehen nicht in der heißen Suppe nach (es wäre auch echt schade, wenn man sie nicht bewundern könnte weil sie mit Suppe bedeckt sind) und die kross gebackenen Brotwürfel und deine frisch aus dem Ofen kommenden Blätterteigstangen werden nicht weich.

Die Rausgucker-Methode

Wenn es die Art der Suppeneinlage hergibt, kannst du sie zuerst auf dem Teller mittig platzieren und diesen „Berg“ evtl. mit etwas wie einer Garnele, Kräutern, einem Lachsröllchen etc. krönen. Dann gießt du erst die Flüssigkeit vorsichtig drumherum an. Natürlich nicht so viel, dass alles wieder versinkt.

Die einzig wahre Angeber-Methode

Wenn du mal so richtig Gas geben willst, servierst du eine Suppe mit Einlage wie im Sternerestaurant und das geht so: Du richtest zuerst die Einlage auf dem Tellerboden schick an und servierst den so vorbereiteten Teller und die Suppe in einem separaten Gefäß, am besten natürlich einem kleinen Krug aus Glas oder Porzellan mit dem sich die Suppe kleckerfrei in den Teller füllen lässt.

Hier ein Beispiel wie dies aussehen könnte (mit freundlicher Genehmigung von Koch Alex Ehrenberg, siehe Facebook-Beitrag: https://goo.gl/468EFn):

Vorschau

Es gibt noch ein weitere Möglichkeiten Suppen optisch aufzupeppen aber die hebe ich mir für weitere Artikel auf. Schließlich soll dieser hier ja auch irgendwann einmal veröffentlicht werden (was ich mir eigentlich schon für letzte Woche vorgenommen hatte).

 

Suppen attraktiv anrichten – Part I

Rezepte

Bezugsquellen