IMG_9524„Schatz, probier mal“. Ich halte meinem Schatz einen Löffel mit weißer Mousse hin.
„Was ist das?“
„Probier doch!“
„Nein, sag mir zuerst was es ist!“
„Vertraust du mir nicht? Probier doch einfach!“
„Nö!“
„Okay, es ist Spargel-Honig-Mousse.“
„Ihhh, das probier ich nicht!“
„Siehst du, deshalb wollte ich nicht sagen was es ist.“
„Siehst du, DESHALB WOLLTE ICH NICHT PROBIEREN BEVOR DU SAGST WAS ES IST!!!“

Immer wieder amüsant diese Dialoge mit meiner besseren Hälfte. Am Ende hat sie natürlich doch probiert und es hat ihr, zumindest auf den zweiten Biss, geschmeckt („Kann ich noch eins haben?“). Der dezente Spargelgeschmack in Verbindung mit einem süßen Dessert ist tatsächlich ein bisschen gewöhnungsbedürftig aber dann macht es fast süchtig. Ich würde es jedenfalls immer wieder tun…

neu-2Das Rezept hatte übrigens noch eine große Überraschung parat. Im Rezept steht nämlich man soll 20 ml Sahne schlagen. Vertrauensseelig wie ich bin, habe ich diese Menge abgewogen. Sie hätten mein Gesicht sehen sollen als ich, mit dem Schneebesen vor diesem daumengroßen Sahnepfützchen in meiner Rührschüssel stand. Ich bin dann davon ausgegangen, dass es wohl 200 ml heißen soll und so habe ich es dann schließlich auch gemacht.

Und so ist das Spargel-Honig-Mousse entstanden:

Zutaten (für gute 4 Portionen oder etwa 10 Löffel)

Für die Mousse

  • 4 Blatt Gelatine (Agar Agar wenn es vegetarisch bleiben soll)
  • 500 g weißer Spargel
  • Salz
  • 200 ml Sahne
  • 3 Eigelb
  • 100 g Blütenhonig
  • Schüssel mit Eiswasser

Für die Soßen

  • 4 Stangen Rhabarber
  • 250 g Erdbeeren
  • Zucker
  • Saft einer großen Orange
  • Orangenlikör
  • Falls eine Bio-Orange vorhanden: Zesten der Schale

Zum Anrichten

  • ungesalzene Pisazienkerne

Im Originalrezept ist eine Zubereitungszeit von ca. 30 Min. (plus FGar-, Einweich- und Kühlzeit) angegeben, die sich aber nur auf die Mousse bezieht.

Zubereitung

Spargelmousse

Die Gelatine wird in kaltem Wasser eingeweicht, der Spargel gut weich gekocht. Damit ich nachher alles gleichzeitig parat habe, schlage ich jetzt auch schon (im Rezept kommt dieser Punkt erst später) die Sahne steif und bereite mir das Eiswasser vor indem ich Eiswürfel in eine Metallschüssel mit Wasser gebe.

Tipp: Ich stelle die Metallschüssel gerne, zusammen mit dem Wasser, vorher in die Kühltruhe. Ist dort kein Platz, dann zumindest in den Kühlschrank. In der Truhe bekommt ich das Wasser so kalt, dass ich gar keine zusätzlichen Eiswürfel brauche. Aber aufgepasst: Nicht so früh in die Truhe, dass das Wasser komplett gefroren ist, wenn es gebraucht wird ;-).

Nachdem ich den Spargel püriert habe, streiche ich ihn, ganz nach Anweisung durch ein feines Sieb. Das stellt sich allerdings als äußerst mühsam heraus. Sinn der Sache ist, die nach dem pürieren noch übrig gebliebenen kleinen Fasern des Spargels loszuwerden. Die sehen in der Mousse nämlich aus wie Haare und das ist wirklich nicht sonderlich schön für die Optik. Das nächste Mal würde ich entweder nur das oberste Drittel des Spargels nehmen und den Rest zu Suppe oder in einem Salat verarbeiten oder ich würde ein gröberes Sieb versuchen.

Nun muss ich noch die Eier im heißen Wasserbad verquirlen und zusammen mit dem Honig schaumig schlagen. Ist dies passiert, löse ich die gut ausgedrückte Gelatine darin auf und gebe das Spargelpüree hinzu.

Bevor die Mousse beginnt fest zu werden, noch die Sahne unterheben. Das Ganze kommt nun für 3 Stunden in den Kühlschrank.

Erdbeer-Rhabarber-Jus

Das ist Easy: Rhabarber (nicht geschält) und Erdbeeren kommen in gewaschenem und geputztem (Strünke entfernen, unschöne Stellen entfernen u.s.w.) in grobe Stücke geschnitten in einen Topf und werden mit Zucker so lange erwärmt bis sich ein Kompott gebildet hat. Das bearbeite ich nun mit dem Pürierstab und streiche es durch ein Sieb. Nun binde ich mit ein wenig Guarkernmehl bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Tipp: Das geht natürlich auch mit anderen Bindemitteln wie Stärke. Dazu muss dann aber das Püree noch einmal aufkochen (Achtung: Spritzgefahr), was ich mir mit Guarkernmehl sparen kann.

Die Soße noch einmal mit Zucker abschmecken. Fertig.

Wer lieber, statt einer Soße, ein Kompott servieren möchte, schneidet einfach die Erdbeer- und Rhabarber-Stücke größer. Dann ist aber auch darüber nachzudenken ob der Rhabarber geschält wird oder nicht. Mit Schale bekommt der Kompott ein schöneres Rot, dafür besteht die Gefahr, dass unangenehme Fasern beim Essen im Mund bleiben.

Orangen-Reduktion

Eine einfache Sache die ich, in allerlei Abwandlungen, immer wieder gerne mache: Orangensaft in einen Topf geben und so lange kochen, bis er dickflüssig wird. In diesem Fall habe ich einfach noch ein wenig Orangenlikör mitgekockt. Wenn ich eine Bio-Orange habe, dann gebe ich noch ein paar Zesten aus der Schale hinzu oder dekoriere damit am Schluss. Leider hatte ich, als ich dieses Rezept gekocht habe, nur Orangensaft im Haus.

Pistazien

Das komplizierteste an dieser Beigabe ist ungesalzene Pistazienkerne aufzutreiben. Diese habe ich einfach ein wenig gehackt.

Anrichten

Die Spargelmousse lässt sich, wie es auch im Originalrezept gemacht wurde, z.B. in Form von Nocken anrichten. Dazu braucht man allerdings ein wenig Übung. Die Nocken werden mit zwei Löffeln in Form gebracht.

IMG_9518Wie auf den Bildern zu sehen, habe ich noch ein wenig herumexperimentiert und das Ergebnis auf einem Löffel (siehe auch Bild am Anfang des Beitrags) gefiel mir eigentlich am besten. So eignet sich das Mousse wunderbar als kleines „Vordessert“ im Menü. Da die Spargel-Honig-Mousse recht schwer ist (so haben wir es zumindest empfunden) reicht eine Nocke auch eigentlich völlig aus. Aber das ist sicherlich Geschmacks- und Ansichtssache.

 

Und nun: Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

Spargel-Honig-Mousse
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