Panko-Sand

Im Küchenschlacht-Finale vom 7. Februar 2014 kocht sich ein junger Saarländer, also quasi ein Nachbar von mir (die Einwohner des winzigen Reiches im Südwesten der Republik sind praktisch alle Nachbarn), zum Sieg. Bravo!

Zutaten Panko Sand
Die Zutaten für den Panko-Sand

Selten genug verirrt sich mal ein Saarländer unter die Kandidaten der Küchenschlacht – was wohl am Verhältnis der Einwohnerzahl des Saarlandes zum „Rest der Welt“ liegt. Und die, die ich bisher gesehen habe, waren allesamt schnell wieder auf dem Heimweg. Aber jetzt ist es endlich soweit. WIR stehen im Finale!

Als der junge Mann, der die ganze Woche bravorös gekocht hat, dann allerdings die Wahl seiner Vorspeise verkündet, werde ich unsicher. Na wenn das mal gut geht? „Salat von gelber & roter Bete, mit Avocado, Wasabi-Luft & lila Panko-Sand“ Uiuiui! Und was zur Hölle ist Wasabi-Luft? Wahrscheinlich irgendein Schaum. Aber lila Panko-Sand??? Darunter kann ich mir nun wirklich gar nichts vorstellen. Gut ich kenne Panko. Bin gespannt. Im danach veröffentlichten Rezept heißt es lapidar:

  • Den Ofen auf 230°C Umluft vorheizen.
  • Für den Panko-Sand 50ml Rote Bete Saft mit dem Panko-Mehl vermischen. Salzen & pfeffern. Dünn auf ein Blech streichen und im Ofen in ca. 20 Minuten trocknen. Im Küchenmixer zu „Sand“ zermahlen.
Panko wird mit Rote Bete Saft übergossen
Das Panko wird möglichst gleichmäßig mit Rote Bete Saft übergossen

In der Sendung gelingt es nicht so 100%. Aber der Juror geht auch gar nicht so sehr darauf ein. Der Rest begeistert ihn schon vollends. So sehe ich das Ergebnis gar nicht richtig. Naja, Zeit knapp, Nervosität. Aber das Rezept scheint mir einleuchtend. Und so einfach. Und die Farbe von dem Zeug ist genial. Mir fallen spontan 1.000 Anwendungsmöglichkeiten ein! Also was liegt näher als: Zutaten besorgen und AUSPROBIEREN! Da ich keinen Entsafter habe um frischen Rote Beete Saft zu machen, muss ich schauen, ob es so etwas auch fertig zu kaufen gibt. In einem großen Einkaufsmarkt werde ich fündig. Gibt es aber auch im Reformhaus oder in Drogeriemärkten. Panko gibt es im Asia-Laden oder in der Asia-Abteilung von gut sortierten Kaufhäusern. Panko ist übrigens eigentlich nur ein gröberes Paniermehl das vorwiegend in Japan benutzt wird. Es enthält keine Brotkrusten, so ist es auch wunderbar einheitlich von heller Farbe.

Ausstreichen der Masse
Das gleichmäßig dünne Ausstreichen der Masse ist nicht so einfach

Als ich mich an die Zubereitung mache, merke ich schnell wo das Problem liegt. Mische ich den Saft ordentlich unter die Brösel, wird das Ganze nämlich zu einem einzigen Brei denn ich kann den Saft anders nicht richtig verteilen. Ich muss diesen Brei dann wirklich auf ein Backblech STREICHEN. So wie dem Kandidaten in der Küchenschlacht auch, bekomme ich die Masse gar nicht richtig dünn verteilt. Das Trocknen dauert also wesentlich länger als 20 Minuten. Hinzu kommt, dass natürlich die Feuchtigkeit im Ofen bleibt. Ich stecke also einen Kochlöffel zwischen die Ofentür. So geht es besser.

Mixen der Brösel
Jetzt werden die trockenen Brösel zu feinem Sand

Als endlich alles trocken ist, mahle ich das Ergebnis zu Pulver. Sieht farblich gut aus. Richt lecker nach Rote Beete und schmeckt auch danach (zumindest so lange es noch frisch ist). Die Konsistenz hatte ich mir aber anders vorgestellt. Ich mache deshalb noch einen zweiten Versuch. Ich besprühe mein Panko diesmal mit einer Sprühflasche die ich mit Rote Beete Saft gefüllt habe. Auch nicht ganz so einfach. Ich muss das Panko öfter wenden bis es rundum rot ist. Aber am Ende erhalte ich auf diese Weise eine schöne, gröbere Konsistenz. Damit ließe sich zum Beispiel etwas panieren. So trocken wie der Sand am Ende ist, lässt er sich, gut verschlossen, natürlich auch gut aufheben und steht jetzt bei meinen anderen Zutaten. Der Aufwand war viel größer als gedacht aber am Ergebnis habe ich jetzt auch eine Zeit lang dran. Und das man damit leckere Sachen machen kann, beweißt doch das Foto von meiner Frischkäse-Pumpernickel-Pralinen-Kration hier:

Eine Pumpernickelpraline mit Lila Pankosand verziert
Eine Pumpernickelpraline mit Lila Pankosand verziert

Panko-Erde

Die etwas gröbere Erde erhältst du ganz einfach, wenn du die fertigen Pankobrösel nicht mehr mit dem Mixer bearbeitest. Sie sind richtig schön knusprig und geben Gerichten einen leckeren Crunch und einen Farbtupfer gleichzeitig. Sie sind übrigens genauso geschmacksneutral wie der Sand.

Lila Panko-Sand und Panko-Erde

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