IMG_9112Diesem Rezept bin ich auf meinen endlosen Streifzügen durch die „Internet-Küchen“ dieser Welt begegnet. Es stammt von dem Blog des Weißen Rössl am Wofgangssee (http://blog.weissesroessl.at/).

Das Foto sprach mit sofort an und da ich ja – im Auftrag von „Kochen für Angeber“ – immer auf der Suche nach Rezepten bin, die leicht nachvollziehbar sind und nicht zu viele Zutaten enthalten, schien mir dies hier interessant zu sein.

In der Zutatenliste tauchen dann allerdings zwei Hürden auf.

  1. What the Hell is „QimiQ“
  2. Woher bekomme ich eine „Beerenauslese Nussberg“?

Die erste Frage kann mir sicher Google beantworten. Leider bin ich hier ein bisschen zu vorschnell und erlebe deshalb, wie sich herausstellen wird, ein kleines Malheur. Das erste was ich im Internet finde ist, dass man QimiQ durch Schmand ersetzen kann. Da ich Schmand parat habe, nehme ich diesen Rat dankend an. Ein grober Fehler wie sich herausstellt. QimiQ ist nämlich in Wirklichkeit mit 1% Gelantine versetzt. Schmand bekanntlich nicht! Ich hatte mich schon beim Anmischen gefragt ob die Masse überhaupt fest genug werden kann damit ich daraus Scheiben schneiden kann. Natürlich kann sie das nicht! Ganz schön blöd von mir…

IMG_9123Nachdem ich also feststelle, dass das nicht funktioniert und nochmal im Internet gründlicher Recherchiere, mische ich Gelantine-Fix unter die Masse und übergebe sie erneut meinem Kühlschrank (gut, dass der noch nicht mit mir reden kann! Ich sehe ihm die Häme geradezu an). Naja, solange nichts schlimmeres passiert ist.

Die Beerenauslese Nussberg ersetzte ich kurzerhand durch einen Dessertwein den ich noch im Keller habe (der muss eh langsam mal unsere Genusszentren passieren). Wenn meine Frau das rausschmeckt, ist das mit Sicherheit der Beginn einer großen Gourmetkritikerinkarriere ;-).

Nachdem diese Hürden genommen sind, ist alles ganz einfach, sieht klasse aus und schmeckt auch so. Ein Rezept, dass auch wenig erfahrenen Hobbyköchen leicht gelingt, dass aber richtig cool und chic auf dem Teller aussieht. Zudem hat man noch eine schöne Story. Da ist das Weiße Rössl am Wolfgangssee, das vielen sicher ein Begriff ist (wenn nicht, guckst du hier) und die QimiQ, die es in Deutschland nicht zu kaufen gibt und die keiner kennen dürfte, sofern Sie keine Gäste aus Österreich haben. Zum richtigen Angeben gehört halt nun auch mal, dass man seinen Gästen ein bisschen was über die Gerichte zu erzählen weiß.

Zutaten und Zubereitung (eingedeutschte Version):

10 Portionen

Gorgonzolamousse:
170 g Gorgonzola
130 g Quark
130 g Schmand oder Creme fraîche (oder natürlich QimiQ)
1 Beutel Fix-Gelantine
etwas Salz
Saft von 1/4 Zitrone
1 Messerspitze Cayenne

Schmand (oder Creme fraîche) glatt rühren, Quark dazugeben,
Salz, Cayenne und Zitronensaft einrühren,
Fix-Gelantine einrühen,
Gorgonzola in kleine Würfel geschnitten unterheben,
Dreieckform* mit Frischhaltefolie auslegen,
abfüllen und kaltstellen.

Traubenragout:
400 g Blaue Weintrauben
200 ml Traubensaft
100 ml Dessertwein
etwas Maisstärke (ich habe stattdessen Guarkernmehl genommen. Das bekommt man z.B. im Reformhaus)

Weintrauben schälen, halbieren, entkernen (oder gleich kernlose kaufen)
Traubensaft und Beerenauslese zur Hälfte reduzieren und mit Stärke binden
Trauben dazugeben, auskühlen lassen.

Kerbel als Garnitur

*Wenn keine Dreieckform vorhanden ist, kann man die Creme auch in ein, mit Frischhaltefolie ausgelegtes, flaches Gefäß füllen (1 bis max. 1,5 cm hoch) und später dann Dreiecke raus schneiden. Nachteil: Man kriegt die Oberfläche nicht so schön glatt (es sei denn das Gefäß ist so niedrig, dass man die Masse bündig mit dem Gefäßrand glatt streichen kann). Lösung: Einfach die glatte Seite nach oben legen ;-).


  • Gesehen: auf dem Blog des Weißen Rössl
  • Ausprobiert: Ja
  • Aufwand: Mittel
  • Schwierigkeitsgrad: sehr einfach
  • Kosten: Je nachdem welchen Dessertwein man verwendet
  • Angeber-Effekt: Mittel. Kann aber gesteigert werden wenn man sich die Mühe macht ein bisschen was dazu zu erzählen

Das wird gebraucht
Besondere Tools: Form für die Gorgonzolamousse, Frischhaltefolie
Zutaten: siehe Rezept


Gorgonzolamousse auf Traubenragout und Beerenauslese