Wenn Sie denken, dass sich der Titel völlig übertrieben anhört, dann sollten Sie es unbedingt ausprobieren. Der Aufwand ist nicht größer als bei jedem anderen Kartoffelpüree, Sie müssen einfach nur ein wenig mehr Zeit einplanen.

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  1. Schütten Sie Salz in eine ofenfeste Form oder auf ein Backblech (je nachdem wie viel Püree Sie brauchen, muss Platz für ausreichend viele Kartoffeln darauf sein)
  2. Waschen Sie die Kartoffeln, trocknen Sie sie gründlich und legen Sie die Kartoffeln auf das Salz.
  3. Schieben Sie alles in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen (wenn Sie nicht vorheizen braucht es einfach ein wenig mehr Zeit) und lassen Sie die Kartoffeln (je nach Größe) für ca. 1 Stunde im Ofen. Am besten zwischendrin immer mal anpieksen. Wenn die Kartoffeln viel zu lange im Ofen sind, kann es allenfalls passieren, dass sich unter der Schalte eine feste Schicht bildet die dann in der Kartoffelpresse zurückbleibt. Dadurch haben Sie dann mehr Abfall (und schlimmstenfalls zu wenig von dem leckeren Püree!).
  4. Halbieren Sie die Kartoffeln, legen Sie sie UNGESCHÄLT mit der Schnittfläche nach unten in die Kartoffelpresse und drücken Sie sie durch. Sie müssen die Schale natürlich jedes mal aus der Presse entfernen bevor Sie die nächste Kartoffel einlegen. Wenn Sie mit einem Kartoffelstampfer arbeiten, müssen Sie die Kartoffeln natürlich vor dem Stampfen schälen.
  5. Verarbeiten Sie den Püree nun weiter mit Butter, Sahne oder Milch und würzen Sie nach Geschmack mit Salz und Muskat. Wie Sie auf dem Bild sehen, halte ich mich vom Verhältnis Kartoffel zu Butter (fast) an das Lafersche-1:1-Gesetz (siehe nächster Abschnitt).

Johann Lafer behauptet in Kochsendungen beharrlich er füge Butter im Verhältnis 1:1 hinzu und Sahne oder Milch je nach gewünschter Konsistenz. Man sieht Herrn Lafers Gesichtsausdruck leider meist nicht an ob er es wirklich Ernst meint. 1 Kilo Kartoffeln = 1 Kilo Butter? Wirklich?

Dazu muss man erst einmal sagen, dass Kartoffelpüree in der Sterneküche meist Bestandteil einer mehrgängigen Menüfolge ist und deshalb keine Sättigungsbeilage sein muss wie wir das aus der Alltagsküche kennen. Deshalb reden wir hier eher über ein Mengenverhältnis von 100g Kartoffeln zu 100g Butter.

Ich konnte es trotzdem nicht glauben und habe es deshalb ausprobiert. WOW!!!!!! Es schmeckt gigantisch. Meine Empfehlung: Wenn Sie, wie in der Sterneküche, mit einem „Tupfer“ Püree als Beilage arbeiten, dann mischen Sie wirklich ruhig einmal 1:1. Wenn Sie jedoch größere Mengen servieren wollen, würde ich mit der Buttermenge runtergehen, so in Richtung 1:1/2. Und statt Sahne können Sie Milch (1,5%?) verwenden um Ihr Gewissen zu beruhigen. Ich kann Ihnen aber auch sagen, dass Sie die Menge Butter nicht vermuten würden wenn Sie das Püree probieren. Also ruhig einmal mutig sein.

Tipp: Noch einen drauf setzten kann man, wenn man aus der Butter zuerst eine Nussbutter herstellt (Butter schmelzen und leicht bräunen lassen) und diese dann in das Püree gibt.

Der Trick: Der eigentliche Trick für den fantastischen Geschmack ist aber nicht die Buttermenge. Es schmeckt auch Klasse mit weniger Butter (dann aber statt Milch evtl. doch Sahne verwenden). Der wahre Trick ist das Garen der Kartoffeln ohne Wasser. Das Püree schmeckt um ein Vielfaches intensiver nach Kartoffeln. Wenn Sie einmal das Kochwasser probieren in dem Sie Kartoffeln gegart haben, werden Sie sofort merken wie viel vom Geschmack der Kartoffel im Wasser gelandet ist!

Mein Tipp: Wenn ich Kartoffelpüree mit in Wasser gegarten Kartoffeln mache (was nur noch bei absolutem Zeitmangel vorkommt), gieße ich das Wasser nach dem Garen komplett ab und fange es in einem getrennten Gefäß auf. Dann lasse ich die Kartoffeln etwas ausdünsten und stampfe sie dann erst einmal so wie sie sind. Je nach Konsistenz des entstandenen Pürees kann ich jetzt nach und nach Butter und Kartoffel-Koch-Wasser, Milch oder Sahne hinzufügen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. So passiert es Ihnen nie mehr, dass Ihr Kartoffelpüree zu flüssig wird.

Übrigens: Das Salz werfe ich nicht weg sondern bewahre es in einem extra „Salzfürofengefäß“ auf für die nächste Gelegenheit.

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Das wird gebraucht
Tools: Ein Backofen, eine Kartoffelpresse oder (zur Not) einen Kartoffelsstampfer
Zutaten: möglichst mehlig kochende Kartoffeln, Butter, Milch oder Sahne, Salz, evtl. Muskatnuss

  • Gesehen: bei Johann Lafer
  • Ausprobiert: Ja
  • Aufwand: Gering, braucht etwas Zeit
  • Schwierigkeitsgrad: sehr einfach
  • Kosten: gering bis mittel (für Energie des Ofens und Menge Butter bei Originalrezept)
  • WOW-Effekt: mittel

Das beste Kartoffelpüree der Welt