IMG_9599 In einer Ausgabe der Sendung „Küchenschlacht“ habe ich gesehen, wie ein Kandidat aus Karamellbonbons dünne Chips hergestellt hat um damit sein Dessert zu dekorieren und um einen Knusper-Effekt einzubauen. Da denke ich mir: Das muss doch auch mit Fruchtbonbons gehen oder?

Beim nächsten Einkauf liegt dann eine Tüte Fruchtbonbons im Einkaufswagen. Meine Frau und mein Sohnemann schauen mich ziemlich irritiert an, weil sie genau wissen, das ich so überhaut nicht auf Süßigkeiten stehe und schon gar nicht auf Bonbons. Gut, mein Sohn hat nicht unbedingt etwas gegen die Anschaffung. Wenn der wüsste… Und wenn ich schon einmal dabei bin, lege ich noch eine Tüte Lakritzbonbons dazu. Das Ergebnis von geschmolzenen Fruchbonbons ist ja ziemlich vorhersehbar. Aber Salmiak-Pastillen? Mal sehen. Bin gespannt.

IMG_9550Wie es meistens so ist, kommen tausend Sachen dazwischen und ich komme nicht dazu meine Neugier am gleichen Tag zu befriedigen. Mein erster Versuch beginnt deshalb in der Folgenacht des Einkaufs. Die Aufzeichnungen meiner beliebtesten Kochsendungen habe ich – teils im Schnelldurchlauf – bereits „abgearbeitet“. Da kann ich ja mal anfangen rumzuexperimentieren. Halb zwölf. Gute Zeit dafür.

Ich gehe vor, wie ich es mit den Karamellbonbons gesehen habe: Ofen auf 200 Grad, Backblech mit Backpapier auslegen. Bonbons drauf und hinein in die wohlige Wärme des Ofens. Die Bonbons finden das zum Dahinschmelzen. Auch die Salmiak-Pastillen. Backpapier raus, zweites Backpapier darüber und mit Nudelholz schöne dünne Chips „ausrollen“. Hmm, naja. Das Ergebnis haut mich nicht vom Hocker.

Das Salmiak wird hell und bleibt biegsam. Was man damit anstellen kann fällt mir gerade nicht ein. Aus den Fruchbonbons entstehen zwar dünne, aber sehr massiv aussehende Chips. Ich wollte aber so ein bisschen was filigranes mit Löchern und Blasen und so. Vielleicht wenn ich ein paar Tropfen Öl auf das Papier gebe? Schmelzen die Bonbons dann da drumherum? Ausprobieren. Funktioniert nicht. Das Öl wird einfach verdrängt. 00:30 Uhr: Abbruch. Mitternachts-Geister habe ich auch keine gesehen. Frust breitet sich aus. Keine Lust mehr. Bett ich komme.

neu-1IMG_9567Ein paar Tage später. Die Bonbons lassen mir keine Ruhe. Mir gefällt an der Sache auch nicht, dass ich so viel Energie verschwenden muss. Einen ganzen Ofen auf 200 Grad nur wegen ein paar Bonbons? Andere Idee: Ich könnte die Dinger ja auch in der Pfanne schmelzen und den Sirup mit einem Silikonpinsel auf dem Backpapier verteilen. Das muss ich gleich ausprobieren.

Wenn das Sirup noch zu warm ist, verteilt es sich durch den Pinsel so, dass keine zusammenhängende Struktur entsteht sondern einzelne Tropfen. Also Backpapier aus der Pfanne oder Pfanne von der Hitze. Gaaaanz kurz warten. Jetzt klappt es! Super! So is‘ fein. Das gefällt mir. 🙂

IMG_9598Nun noch aushärten lassen. Das Backpapier vorsichtig abziehen. Fertig. Achtung: Beim Lagern bitte nicht aufeinander legen, da sonst alles aneinander verklebt. Am besten mit je einem Stückchen Backpapier dazwischen ab in den Kühlschrank.

IMG_9589Hoffentlich krieg ich den Pinsel nochmal sauber. Aber ja. Wenn der Glibber wieder hart ist, lässt sich alles ganz einfach abziehen. Wunderbar. Nix dreckig gemacht, wenig Aufwand, tolles Ergebnis.

Mit dieser Deko wird das passende Dessert garantiert zur Angeber-Version, wetten?

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Küchen-Tipps & Tricks (4) – Bonbon-Chips
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