fokus-tomatenEigentlich war ich im Auftrag meines Sohnes unterwegs. Der liest sich nämlich gerade durch die Kinderabteilung unserer hiesigen Stadtbibliothek. Einen Korb voll Kinderbücher im Gepäck – gut, dass ich vorausschauend einen Rucksack mitgenommen habe – fällt mir ein, dass die Bücherei ja auch eine Abteilung mit Kochbüchern hat.

Neben Hunderten von „Kochen-für-den-Alltag“ und „Schnelle-Gerichte-für-jeden-Tag“-Büchern finden sich natürlich auch die obligatorischen „Bio-Kochen“ und „Vegetarisch-kann-so-lecker-sein“-Ausgaben. Und selbstverständlich darf das Regal mit „Iss-das-Doppelte-und-nimm-trotzdem-ab“ nicht fehlen.

Meine Hoffnung hier etwas spannendes zu finden schwindet zunehmend. Bis ich das vergleichsweise kleine Regal mit den interessanten Buchautoren finde. Lafer, Henssler, Jamie Oliver, Cornelia Poletto…. Da muss doch was dabei sein! Tatsächlich finde ich auch so Einiges was mich interessiert. Aber leider habe ich ja nur EINEN Rucksack dabei und wie erkläre ich meinem Sohn, dass ein Kochbuch von Kolja Kleeberg wichtiger ist als eines über die „Drei Fragezeichen“?

Naja, ich kann ja wiederkommen. Also fange ich heute mal ganz bescheiden mit Lea Linster an.

Als ich den mediteranen Vorspeisenteller in Lea’s Kochbuch entdecke, bin ich überrascht. Was macht ein so simples Gericht in diesem Buch voller raffinierter (und teils komplizierter) Rezepte? Aber die Schlichtheit dieser Vorspeise ist irgendwie auch wieder geradezu verführerisch.

gesamt1Frei nach dem Motto „dem Angeber ist nichts zu schlicht“ entschließe ich mich diese Kombination weniger Zutaten aus Lea Linster’s Kochbuch „Einfach fantastisch!“ hier vorzustellen. Die Vorspeise ist einfach zuzubereiten und schick arrangiert, macht sie auch richtig was daher. Mit ein paar Scheiben Baguette ist sie ein Genuss und ein schöner Einstieg in ein mediterranes Menü. Hinzu kommt, dass Lea Linster das Auberginen-Mousse gewürztechnisch noch ein wenig aufpeppt. Sehr lecker!

Hier also die Zutaten und die Zubereitung sowie ein paar Tipps für’s Anrichten.

Zutaten

  • Auberginen (je nach Größe genügt eine für 3-4 Personen)
  • 3 Knoblauchzehen pro Person
  • 1 kleine Rispe Strauchtomaten pro Person (große Rispen kann man auch auf zwei Portionen teilen)
  • Salz, Pfeffer
  • Zucker
  • Garam Masala (aus Indien stammende Gewürzmischung)
  • Olivenöl

Zubereitung nach Lea Linster’s Rezept

Die Zubereitung ist denkbar einfach. Aubergine bei 200 Grad (Umluft) für ca. 45 min. in den Ofen legen. Etwas schneller geht es, wenn man die Aubergine halbiert und das Fruchtfleisch mit dem Messer einritzt und dann die Hälften mit Alufolie abdeckt.

Das Fruchtfleisch der Aubergine auskratzen und zusammen mit Olivenöl mit dem Stabmixer (oder einem anderen Mixer) pürieren bis es die gewünschte Konsistenz hat. Mit Salz und Garam Masala abschmecken.

Die Strauchtomaten in etwas Olivenöl in einer Pfanne braten bis sie aufplatzen. Mit Salz und Zucker würzen.

Knoblauchzehen in einer Pfanne in etwas Olivenöl dünsten bis sie weich sind. Wenn man nur für wenige Personen kocht, geht das auch zusammen mit den Tomaten.

Mein Tipp:

Alternativ können Tomaten und Knoblauch auch im Ofen zubereitet werden. Bei 180 Grad brauchen sie so etwa 15-20 min. So mache ich die geschmolzenen Tomaten immer und ich finde sie werden dann gleichmäßiger als in der Pfanne. Besonders für eine größere Anzahl Personen eignet sich diese Zubereitungsart besser. Ich würze dann schon direkt mit Salz und Zucker wenn ich die Tomaten in den Ofen gebe. Das Auberginen-Mousse muss ich sowieso vorher machen weil es noch abkühlen muss. Ich kann also den schon warmen Ofen einfach weiter verwenden.

Anrichten

kochbuch

Originalfoto aus Lea Linster’s Kochbuch „Einfach fantastisch!“

In Lea Linster’s Buch wurde die Auberginen-Mousse „tropfenförmig“ auf den Tellern drapiert. Das sieht toll aus, ist aber so nicht möglich! Ich habe eine geschlagene Stunde versucht, es so hinzubekommen wie auf dem Bild im Kochbuch. Es ist mir nicht gelungen weil die Mousse einfach viel zu fest ist um sie so formen zu können. Außerdem ist die Mousse, trotz Stabmixer, nicht so fein wie auf dem Bild. Ich habe sie deshalb noch einmal durch ein feines Haarsieb gestrichen. Hat auch nicht viel gebracht! Ich vermute, dass die Food-Designer die Mousse für das Bild so stark verdünnt haben, dass sie vom Löffel fließen kann. Die schmeckt dann allerdings nach nix mehr. Deshalb mein Tipp: Die Mousse in einem kleinen Gefäß oder einem Vorspeisenlöffel anrichten. Auch ein selbstgemachtes Parmesankörbchen wäre denkbar. 


  • Gesehen: Kochbuch „Einfach fantastisch!“ von Lea Linster
  • Ausprobiert: Ja, in anderer Kombination auch schon sehr oft
  • Aufwand: Gering
  • Schwierigkeitsgrad: sehr einfach
  • Kosten: Gering
  • Angeber-Effekt: Gering

Das wird gebraucht
Tools: Stabmixer, Ofen, Pfanne, Vorspeisenlöffel oder anders kleine Gefäße
Zutaten: siehe Rezept


Auberginenmousse an geschmolzenen Tomaten